Montag, 27. Februar 2012
Sonntag, 26. Februar 2012
Exit
Und seit Jahren läufst du nun schon. Geradeaus, über Hindernisse, Stolpersteine, Fallgruben. Du tastest dich an der Mauer entlang, intuitiv, vorsichtig. Taubstumm folgst du deinen verbliebenden Sinnen. Die Mauern aus Stein sind erschreckend kalt. Es ist kühl hier. Mechanisch, automatisch läuft du weiter. Keine Zeit für Rechts und Links. Was zählt liegt da vorn. Noch ist es zu dunkel, erkennen kannst du nichts. Wie weit ist es noch? Wann bin ich endlich da? Erschreckend eng, die Luft wird knapp. Du setzt zum Sprint an, sammelst dich und deine Kräfte. Der Grat wird schmaler, deine Füße schneller. Da vorn, das könnte der Ausgang sein. Ein leichter Schimmer, ein kurzes Flackern. Licht, Luft, Raum. Euphorie macht sich breit. Gleich ist es soweit.
Du sinkst zusammen. Steinmauern, hart und kühl.
Der Ausgang, eine Wand auf die du zugerast bist. Befreiung, Flucht, Neubeginn. Schon immer nur Produkte deiner Gedanken. Die perfekte Illusion.
"»Ach«, sagte die Maus,
»,die Welt wird enger mit jedem Tag.
Zuerst war sie so breit,
daß ich Angst hatte,
ich lief weiter und war glücklich,
daß ich endlich rechts und links
in der Ferne Mauern sah,
aber diese langen Mauern eilen
so schnell aufeinander zu,
Zuerst war sie so breit,
daß ich Angst hatte,
ich lief weiter und war glücklich,
daß ich endlich rechts und links
in der Ferne Mauern sah,
aber diese langen Mauern eilen
so schnell aufeinander zu,
daß ich schon im letzten Zimmer bin,
und dort im Winkel steht die Falle,
in die ich laufe.« -
»Du mußt nur die Laufrichtung ändern«,
sagte die Katze
und fraß sie."
und dort im Winkel steht die Falle,
in die ich laufe.« -
»Du mußt nur die Laufrichtung ändern«,
sagte die Katze
und fraß sie."
Franz Kafka
Samstag, 25. Februar 2012
Where did I go wrong?
Und plötzlich wird dir klar, du hast den Weg verlassen. Dickicht, Gestrüpp. Es dämmert und deinen Kompass hast du verloren. In welche Richtung sollst du gehen? Du bist vom Weg abgekommen, langsam, schleichend. Ohne es zu merken hast du die geteerte Straße verlassen, Stoppschilder übersehen. Betreten auf eigene Gefahr. Wie konnte das passieren? Wo bist du falsch abgebogen?
Du bist allein hier draußen. Keine Menschensseele, kein Verkehrslärm. Keine Zivilisation weit und breit. Und es könnte so schön sein. So still, so friedlich, so ewig. Es blüht. Unbekannte Blumen, versteckt und unentdeckt. Unbekannte Arten, unberührt und unbemerkt.
Doch du bist nicht allein.
Wilde Tiere, fremde Geräusche. Hinter jedem Baum lauern sie. Lauern dir auf. Du fliehst, schneller als deine Füße dich tragen können. Wo ist der Weg? Warum hilft dir denn keiner? Du suchst nach Wegweisern, Schildern, nach Dingen die dir bekannt erscheinen. Du stolperst und bleibst liegen. Dein Fuß ist verletzt. Das wars. Rettung ausgeschlossen. Du bleibst liegen, inmitten von Unkraut, Gestrüpp und Dornenbüschen.
Hier wird dich niemand finden. Du bleibst liegen, hast aufgegeben. Keine Zivilisation weit und breit.
Wo bist du nur falsch abgebogen?
Donnerstag, 23. Februar 2012
"Der Menscht denkt und glaubt zu wissen
Ohne zu wissen, dass denken letzendlich Glaube ist
Er urteilt über die Menschen die anders sind
Kann die Töne nicht hörn, die nicht in seine Kammer dring
Und sagt dass es auf dieser Welt keine Lieder gibt
Während der Andre seine immer wieder singt
Ich steh am Strand, meine Stimme ist heiser
Und kein Ton bringt mich innerlich weiter
Doch es ist das letzte, was ich noch geben kann
Die letzte Träne, die ich noch leben kann"
Ohne zu wissen, dass denken letzendlich Glaube ist
Er urteilt über die Menschen die anders sind
Kann die Töne nicht hörn, die nicht in seine Kammer dring
Und sagt dass es auf dieser Welt keine Lieder gibt
Während der Andre seine immer wieder singt
Ich steh am Strand, meine Stimme ist heiser
Und kein Ton bringt mich innerlich weiter
Doch es ist das letzte, was ich noch geben kann
Die letzte Träne, die ich noch leben kann"
(JAW)
As long as we are flyin´all this world ain´t got no end
Und regelmäßig flüchtest du. Raus aus dem Dreck, rein in den Sumpf. Vor wem? Du flüchtest in die Anonymität der Masse. Du stürzt dich mittenrein während du gleichzeitig entschwindest. Vergiss sie, vergiss dich. Eine unter Hunderten und doch völlig allein. Monoton bewegt ihr euch zum Beat. Schaut euch an, aus glasigen Augen. Lächeln kannst du nicht. Halbgeschlossene Lider. So müde. Jung, kaputt und glücklich. Du schließt die Augen, verschwindest. Verlierst dich, in den Weiten des Universums. Andere Welten, andere Menschen. Klaustrophobien, Manien, Galaxien. Lässt alles Irdische los, befreist dich von den Fesseln. Von den Stahlketten, die dich binden. An eine Welt, die du aufgegeben hast. An eine Welt, dich aufgegeben hat. Ihre Gesichter verschwimmen, Lachen, Schreie, dumpfer Bass. Du verlierst die Orientierung. Rechts, links, oben, unten, Alles eins. Niemand hat gesagt, dass es leicht wird. Niemand hat dich gefragt.
Wo ist der Jack? Tequila Runden. Zitrone oder Orange? Nikotin teert deine Lunge. Ein, zwei, drei Züge Glück.
Und während die Morgendämmerung das Elend auf den Straßen enttarnt, stolperst du hinaus. Atmest ein, frische Luft. Rein und Klar. Klarer als du es diese Nacht warst und jemals sein wirst.
"In the night time when the world is at it’s rest.
You will find me. In the place I know the best.
Dancin’ shoutin’. Flying to the moon.
Don’t have to worry. ‘Cause I’ll be come back soon."
(Kalkbrenner - Sky and Sand)
Mittwoch, 22. Februar 2012
But mother, I dont want to grow up
"Mit 20 war ich schon verheiratet. Habe gekocht und geputzt. Habe auf eigenen Füßen gestanden. Da war niemand der mir geholfen hat."
Endlosschleife. Anscheinend hat die CD nen Kratzer. Immer wieder und wieder dieselben Worte.
Dieselbe Message. Hast du was verstanden? - Nein du etwa?
Übernimm Veranwtortung! Für dich, dein Leben und deine Zukunft. Kümmer dich um deine Sachen, sei zuverlässig und diszipliniert!
Alles klar, wars das? Kann ich Ihnen sonst noch was bringen?
Sie verlangen Ernthaftigkeit, Problembewusstsein, Entscheidungen. Eiskalt sollst du durchs Leben rennen. Vorbei am Gesocks, rauf aufs Podest.Ohne Umwege, mit Bestzeit durch die Ziellinie. Sicherheit statt Freiheit. Gesellschaft statt Unabhgängigkeit. Geld statt Liebe.
Slow Motion, und nochmal von vorne. Zeitraffer, Wie wärs mit ner ganzen Zeitreise?
La dolce Vita. Angeblich sei es bald vorbei. Wo genau schmeckst du den Zucker? Wohl eher bitter. Einen Gin Tonic bitte!
Der nächste Schritt führt geraudeaus ins echte Leben. Weg von Schule, Zigarettenpausen und wilder Feierei. Ach wirklich, ist das so? Der Ernst des Lebens, bald soll er beginnen. War er nicht Geburtshelfer, damals vor fast 20 Jahren? Ihr kennt euch, er hat dich groß gezogen.
Du musst dich jetzt der Realität stellen. Das Leben ist kein Ponyhof. Bist du dir sicher? Ich dachte wir wärn beim Dressurreiten.
Werd jetzt endlich erwachsen, es wird Zeit!
Nur über meine Leiche.
In the end we just regret the chances we didn´t take
Was tut eigentlich mehr weh? Etwas zu sagen um dir nacher zu wünschen du hättest geschwiegen oder nichts zu sagen und dir dann zu wünschen du hättest es?
Wir bekommen Millionen von Chancen. Im Laufe unseres noch jungen Lebens. Die Meisten von ihnen nehmen wir nichtmal wahr. Tagtäglich fliegen sie an dir vorbei, streifen dich, wenn überhaupt, und zurück bleibt ein Boden voller Hülsen. In kurzen wachen Momenten sammelst du sie auf und denkst zurück. Wo ist die Patrone? Wer hat sie abgefeuert? Wurdest du getroffen?
Wie Wahnsinnige rennen wir umher, kopflos, immer aufm Sprung. Und übersehen dabei das wirklich Wichtige.
Du fragst dich was du hättest besser machen können. Wo lag der Fehler?
Ist er irreversibel? Der Wert ist abhanden gekommen, wir spucken drauf, um uns dann zu quälen.
Schuld, Schuldbewusstsein, Bewusstlos.
Es tut mir Leid, Entschuldige, Verzeih mir.Verzeih dir selbst.
Du warst so blind, unfähig zu sehen was direkt vor dir stand.Wir verpassen Chancen wie so manch Einer seinen Zug. Sie fahren ab, und warten nicht auf uns. Und selbst wenn wir noch versuchen hinterher zu rennen, die Türen bleiben zu. Ob sie sich in diesem Leben nochmal öffnen, steht in den Sternen.
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