Sonntag, 11. März 2012

That awkward eye contact...

with someone who used to mean the world to you...

Monate, ja sogar Jahre habt ihr miteinander verbracht. Tag für Tag, Seite an Seite gekämpft, gegen die Dämonen dieser Welt.
Seid gelaufen, geflüchtet, gefallen und wieder aufgestanden. Habt euch angeschrien, gehasst, verflucht und versöhnt. Euch geliebt, heiß und innig, bis es weh tat, euch die Ewigkeit versprochen. Ihr wart ein Team, unbesiegbar und unzertrennlich. Der letzte Halt in deinem Chaosuniversum. Das Einzige woran du noch glaubtest.
Sei es Schicksal oder unglücklicher Zufall. Das Resultat eine Reihe irreversibler Fehler.
"Wir" gibt es nicht, schon lang nicht mehr. Die Zwillinge operativ getrennt. Mit Skalpell und künstlicher Beatmung. Herzstillstand, Reanimation.
Alles was blieb ist die Narbe.10 Zentimeter quer über dem Brustkorb.
Es sind Monate vergangen. Der Heilungsprozess schreitet voran. Jeden Tag wird es ein wenig besser. Nein, die Zeit heilt keine Wunden. Verdrängung tut es. 
Ihr seht euch wieder, nach mehr als einem halben Jahr. Schaut euch an, um kurz darauf beschämt wegzugucken. Ignorant lauft ihr aneinander vorbei, wie Fremde in der Großstadt. Würdigt euch keines Blickes, kein Kontakt zuviel. 
Mut antrinken, wie geht es dir? Was läuft so? 
Du kennst mich.
Funkstille, es ist besser so.



Mittwoch, 7. März 2012

trust & truth

Gib mir deine Hand. Es wird alles wieder gut. Irgendwann wird alles wieder gut. Denn diese Welt ist schön. Sie strahlt in ihren vielen bunten Farben. Die Menschen sind gut, alle wollen sie nur dein Bestes.
Vertrau mir.

Vertrauen, in einer Welt, die sich nichtmal selbst vertraut. Mutter Natur, Vater Staat, dein Bruder der Zweifel. Skepsis und Misstrauen, deine täglichen Begleiter. Die Naivität und Unschuld von Einst, nur noch wage Schatten einer besseren Zeit. Mehr Bewusstsein bedeutet mehr Wahrheit. Und die Wahrheit tut weh. 
Freud sprach von Urvertrauen. Ein Säugling, muss es in den ersten Lebensmonaten ausbilden. Wohlbehütet von seinen Eltern, um- und versorgt, entwickelt er eine gewisse Grundhaltung gegenüber der Welt, in die er hineingeboren wurde. Und wenn nicht?
Dann beginnt das zweifeln spätestens in der Pubertät. 
Liebe, Treue, Glaube.
Nur leere Worte, Gegenstände aus verganger Zeit. Tausend Definitionen, Versprechen brechen. 
Vertrauen? Menschen, die nichtmal sich selbst vertrauen? Einem System, dass sich nach mehr Geld verzehrt? Einer Welt, dessen Fundament, die Natur, konsequent zerstört wird? Wie Vertrauen wenn nichtmal die Basis auf festem Untergrund steht?
Wenn die Pfeiler auf die du dich stützt, nichts als Grashalme im Wind sind?
Globales Misstrauen. Zuviele Missstände. Der Kampf, der lange Zeit vor deiner Geburt begann, wird auf deinen Schultern ausgetragen. Du kämpfst für eine Zukunft die Kämpfe der Vergangenheit in der Gegenwart. Sieh mir in die Augen und vertrau dir.
Niemals.


"don´t tell me if i´m dying, cause i don´t wanna know
if i can´t see the sun maybe i should go."